von Lydia Apel
Politische Erfahrungen austauschen, neue Leute kennenlernen, Einblicke in die Waldwirtschaft an der Sinn, das bot sich den Teilnehmenden des diesjährigen Sommerfestes von Bündnis 90/Die Grünen im Waldseminarhaus bei Zeitlofs am vergangenen Sonntag.
Organisiert wurde der Tag vom Kreisverband Bad Kissingen, allen voran Sprecherin Nicole Hartmann und Sprecher Markus Heurung, die auch Vertreter ihrer Partei aus Stadträten, Bezirksrat und Landtag eingeladen hatten.
Ein wichtiges Thema in den Gesprächen war die Zukunft der erneuerbaren Energien. Die Bundesregierung plant hier gravierende Einschnitte, die den weiteren Ausbau behindern könnten und damit die Abhängigkeit von Gas und Kohle über Jahre hinaus zementieren würden.
Ein erfahrener Kämpfer für die Erneuerbaren, Hans-Josef Fell, ehemals Bundestagsabgeordneter und Hauptautor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000, zeigte sich besorgt angesichts der Pläne der Bundesregierung.
Fell hat in diesem Jahr für seine Verdienste um die nachhaltige Energiegewinnung den renommierten Bhaumik-Preis der American Association for the Advancement of Science erhalten, eine der weltweit größten Wissenschaftsorganisationen.
Wie Bürger an der Energiewende beteiligt werden können, stellte Thomas Weißenfeld vor. Er ist Vorstandsvorsitzender der BürgerEnergieGenossenschaft, die u.a. den Wind- und Solarpark in Weitzenbach betreibt. An dieser Anlage kann sich jeder finanziell beteiligen und eine Rendite erhalten.
Neue Projekte dieser Art seien aber durchaus in Gefahr, wenn die geplanten Gesetzesänderungen kommen würden, so Weißenfeld.
Auf ein weiteres drängendes Thema wies Bezirksrätin Christina Feiler hin. Der Bezirk ist zuständig für die überkommunalen sozialen Hilfen. Er benötigt dafür Geld aus den Kommunen, da er kein eigenes Steueraufkommen hat. Diese leiden aber selber unter finanziellen Nöten. So entsteht, laut Feiler, ein erheblicher Druck auf soziale Leistungen, wie die bezirkseigenen Kliniken, Hilfen zur Pflege oder Eingliederung.
Dass soziale Leistungen zunehmend in Frage gestellt werden, erlebt auch die grüne Landtagsabgeordnete Kerstin Celina. Als Sprecherin für Soziales in ihrer Fraktion beklagte sie: „Großspurig versprochene Leistungen werden von den Regierungsfraktionen CSU und FW gekürzt. Das ist leider Realität in Bayern.“
So sei z.B. das bayerische Familiengeld ganz kurzfristig ohne Übergangsregelung gestrichen worden, was junge Familien – und uns Grüne – massiv ärgern.
„Für uns ist klar: Kürzungen bei denen, die wenig haben, z.B. pflegenden Angehörigen und Menschen mit Handicaps ist definitiv der falsche Weg“, so Celina.
Neben ernsten politischen Themen kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Während sich die Kinder in der Umgebung des aus Vollholz gebauten Seminarhauses amüsierten, erhielten die Erwachsenen von Forstwirtin Birgit Badde einen Einblick in nachhaltige Waldwirtschaft und die umweltpädagogische Arbeit des Hauses an der Lichtung 3.