Gemeinsam. Für unseren Landkreis.

Liebe Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Bad Kissingen,

Politik beginnt dort, wo Menschen ihr Zusammenleben gestalten, also hier bei uns im Landkreis. Die Entscheidungen im Kreistag und in den Stadt- und Gemeinderäten wirken sich unmittelbar auf unseren Alltag aus.

Wir möchten auch in den kommenden Jahren eine offene und verlässliche Politik gestalten. Dazu gehört, aufmerksam zuzuhören, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und mit Ihnen im Gespräch zu bleiben. Die Menschen vor Ort wissen am besten, was ihre Gemeinde und ihren Landkreis stark macht. Wenn Politik diese Erfahrung ernst nimmt und transparent handelt, entstehen Vertrauen und gute Lösungen für uns alle.

Unser Ziel ist, dass die Entwicklung des Landkreises aus eigenen Ideen und Bedürfnissen wächst und sich nicht nur an Förderrichtlinien aus München und Berlin orientiert.

Das wollen wir mit Ihnen angehen!

Gemeinsam. Für unseren Landkreis.

Transparenz als Grundlage guter Politik

Vertrauen entsteht, wenn politische Entscheidungen nachvollziehbar sind. Dazu braucht es Offenheit, nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag der kommunalen Gremien.

Wir setzen uns dafür ein, dass Informationen wie Tagesordnungen und Protokolle leicht zugänglich sind, Diskussionen offen geführt werden und informelle Absprachen die Ausnahme bleiben. Debatten und Entscheidung dürfen nur dann in nicht-öffentlichen Sitzungen erfolgen, wenn es rechtlich nicht anders möglich ist. Denn nur wenn Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen können, wie Entscheidungen entstehen, kann Politik dauerhaft überzeugen.

Eine offene politische Kultur stärkt das Vertrauen

Kommunalpolitik lebt vom Austausch mit den Menschen, die hier wohnen. Wer die Erfahrungen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger einbezieht, trifft bessere Entscheidungen und schafft Vertrauen.

Unsere Mandatsträgerinnen und Mandatsträger wollen auch künftig …

  • auf verschiedenen Wegen erreichbar sein, ob persönlich, telefonisch,
    per E-Mail oder über soziale Medien.

  • Entscheidungen durch transparente Informationen, öffentliche Debatten
    und klare Begründungen nachvollziehbar machen.

  • unabhängig und verantwortungsvoll handeln, frei von Fraktionszwang und
    nur vom Ziel geleitet, die besten Lösungen für unseren Landkreis zu finden.

Offenheit, Dialog und Verantwortungsbewusstsein sind für uns die Grundlage guter Politik, im Kreistag und vor Ort in den Städten und Gemeinden.

Selbstbewusste Kommunen

Unser Landkreis ist lebens- und liebenswert, eigenständig und zukunftsfähig. Wir sind kein Anhängsel der Großstädte, sondern ein zentraler Teil eines starken und vielfältigen Bayerns.

Dieses Selbstbewusstsein soll sich auch in unserer Kommunalpolitik zeigen. Entscheidungen müssen sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren und nicht nur an Förderrichtlinien oder politischen Vorgaben von außen.

Wir setzen uns dafür ein …

  • die Interessen des ländlichen Raums klar zu vertreten.

  • Fördermittel gezielt und unabhängig einzusetzen.

  • Wissen, Kompetenz und Zusammenarbeit vor Ort, in den Verwaltungen und der Kommunalpolitik zu stärken, wo sinnvoll auch mit externer Expertise.

So sichern wir Gestaltungsfreiheit und Zukunftsfähigkeit für unseren Landkreis.

100% Erneuerbare Energie im Landkreis

Regenerative Energieversorgung vor Ort ist eine Chance, Wertschöpfung in unserem Landkreis zu halten und gleichzeitig vor Ort etwas gegen den Klimawandel zu tun. 100% Erneuerbare Energie muss ein Ziel für die nahe Zukunft sein. 2025 haben wir im Regionalen Planungsverband Main-Rhön einen wichtigen Meilenstein im Hinblick auf den Ausbau der Windkraft in der Region erreicht. Mit den nun ausgewiesenen Vorrangflächen für Windenergie haben wir eine der Grundlagen geschaffen, um den Umstieg auf 100% erneuerbare Energien in der Region zu schaffen. Diesen Weg wollen wir konsequent weiterverfolgen.

Dafür wollen wir …

  • die Fortschreibung eines Energiekonzepts für den Landkreis, das den Bestand auswertet und systematisch verschiedene Möglichkeiten analysiert,

  • die Schaffung von Sondernutzungsflächen für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen,

  • eine Klimastrategie für alle Städte und Gemeinden im Landkreis,

  • eine Koordination der Anstrengungen zum Klimaschutz im Landkreis.

  • die Erstellung eines landkreisweiten Solarkatasters

  • die Förderung von weiteren netzdienlichen technischen Maßnahmen wie z.B. Balkonkraftwerken, Bidirektionalen Ladesäulen, dynamischen Stromtarifen in Kombi mit Speichermöglichkeit.

Bezahlbar wohnen – mit Photovoltaik und intelligenten Energie-Konzepten

„Um die Klimakatastrophe zu stoppen und uns unabhängig von der Einfuhr von fossilen Energieträgern zu machen, wollen wir den Verbrauch von Erdgas und Heizöl deutlich reduzieren.“ Dieser Satz aus unserem Kommunal-Wahlprogramm von 2020 hat heute angesichts des Ukraine-Krieges und unberechenbarer Autokraten in Ost und West mehr Bedeutung als je zuvor.

Energiebedarf reduzieren

Die beste Energie ist die, die gar nicht erst benötigt wird. Unser Ziel ist es daher, unsere Wohngebäude zügig so zu modernisieren, dass sie kaum noch Wärmeenergie brauchen. Für die energetische Sanierung gibt es hohe staatliche Zuschüsse und ausgereifte Lösungen, mit denen durch wirtschaftliche Investitionen viel Energie eingespart und der Wohnkomfort deutlich verbessert werden kann.

Kostenloser, sauberer Strom aus Sonnenenergie

Photovoltaik-Anlagen und vor allem Batteriespeicher werden dank unserer grünen Energiewende immer günstiger, weil sie mittlerweile eine Marktdurchdringung erreicht haben und dadurch kosteneffizient produziert werden können. Leider will die aktuelle Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD die Zeit zurückdrehen und uns wieder abhängig von fossiler Kohle und Erdgas von gefährlichen Autokraten machen. Dem wollen wir auf kommunaler Ebene entschiedenen entgegentreten und den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern aber auch auf öffentlichen Gebäuden weiter voranbringen - für die Strom-Versorgung im Haus, aber auch für Elektro-Mobilität.

Strom intelligent speichern und netzdienlich abrufen

Wichtiger denn je wird auch die Speicherung des produzierten Stroms. Scheint viel Sonne, sollte der erzeugte Strom in Hausbatterien oder Elektroautos zwischengespeichert werden.

Mit intelligenten Smart-Metern, einem dynamischen Stromtarif und einer bidirektionalen Haus- oder Auto-Batterie kann Strom günstig und netzdienlich eingekauft werden. Denn wenn nachts der Wind an der Nordsee weht, herrscht oft Stromüberschuss in Deutschland und der Börsenpreis des Stroms fällt. Wird dann von vielen Haushalten Strom eingekauft und in der Hausbatterie für den kommenden Tag gespeichert, entlastet das das Stromnetz in Deutschland und die Bürger profitieren von günstigem Strom. (https://www.vattenfall.de/strom/tarife/oekostrom-dynamik-boersenpreise)

Klimaneutral, günstig heizen

Die Wärmepumpe ist die Heizung der Zukunft - effizient, klimafreundlich und langfristig günstig. Doch der Umstieg scheitert oft an hohen Kosten, Bürokratie oder fehlender Beratung. Hier setzen wir uns ein für Beratungsprogramme zu Fördermaßnahmen sowie Ausbildung und Weiterbildung von Wärmepumpen-Expert:innen

Synergien nutzen – gemeinsame intelligente Konzepte entwickeln

Am wirtschaftlichsten ist es oft, nicht jedes Haus einzeln zu betrachten, sondern Energiekonzepte für ganze Siedlungen zu entwickeln, etwa für Nahwärmenetze, die den Rest-Energiebedarf günstiger und effizienter decken. Wir wollen den Landkreis Bad Kissingen zur Modellregion für die klimafreundliche Sanierung des Wohnungsbestands auf dem Land machen.

Das wollen wir erreichen durch …

  • den Aufbau eines Kompetenzzentrums "Energetische Sanierung Bad Kissingen" in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, den Berufsschulen, den Innungen, Stadtwerken und öffentlichen und gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften. Dieses soll Fortbildung und Beratung anbieten für Architekt*innen, Bauhandwerk und Eigentümer*innen aus dem Landkreis und der Region.

  • Energiekonzepte für Bestandssiedlungen, die gemeinsame Sanierungs- und Versorgungslösungen für und mit mehreren Eigentümer*innen erarbeiten.

  • die Förderung der Planung und Ausführung von Modellprojekten für die energetische Sanierung von Bestandseigenheimen, um den Stand der Technik in der Region bekannter zu machen - bei Eigentümer*innen und in der Bauwirtschaft.

  • Informationen, Workshops und Vorträge zu den Möglichkeiten der intelligenten Stromnutzung.

Heute planen für die Zukunft – Kommunen als Vorbild

Zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen gehört auch der Vorrang von Sanierung vor Neubau. Dort, wo Kreis und Kommunen aber neu bauen, etwa Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen oder Verwaltungsgebäude, müssen die Neubauten zukunftsfest sein. Jetzt noch Öl- oder Gasheizungen einzubauen oder nur den gesetzlichen Mindeststandard beim Einsatz erneuerbarer Energien einzuhalten, würde uns in wenigen Jahren zu teuren Nachrüstungen zwingen.

Deswegen wollen wir …

  • neue öffentliche oder öffentlich geförderte Gebäude nur noch im besten Energiestandard, wenn möglich Passiv-Haus-Standard, bauen.

  • neue öffentliche Gebäude von Anfang an so planen, dass auf jedem Dach eine Photovoltaik-Anlage angebracht werden kann und erneuerbare Energien wie Solarthermie von Anfang an eingeplant und so gut wie möglich genutzt werden.

  • auf allen öffentlichen Gebäuden prüfen, ob Photovoltaikanlagen nachgerüstet werden und diese für Bürgersolaranlagen zur Verfügung gestellt werden können.

  • die aktive Umsetzung der Klimaschutzkonzepte der Klimaschutz-Manager im Landkreis und den Städten einfordern. Meist liegen gute Konzepte vor, aber die Umsetzung schreitet dennoch nur langsam oder gar nicht voran. Das wollen wir beschleunigen.

  • uns dafür einsetzen, dass die Stellen für Klimaschutz-Manager im Landkreis und in den Städten erhalten und ggf. zügig wieder besetzt werden.

Vorsorgen und Leben mit der Klimaveränderung

Die Klimakrise ist da – und sie trifft uns hier. Auch wenn wir unsere Anstrengungen vor Ort intensivieren, um den Klimawandel zu verlangsamen oder aufzuhalten, müssen wir uns auf die Folgen der Veränderung des Klimas vorbereiten und vorausschauend handeln.

Sozialer Klimaschutz und Klimabildung.

Klimaschutz darf keine Luxusveranstaltung sein, es müssen alle Menschen durch Förderung, nergieberatung und Aufklärung mitgenommen werden.

In Kitas und Schulen machen wir die nächste Generation fit für den Klimawandel – mit Bildungsprogrammen, Schulgärten, Solar-AGs und Kooperationen mit lokalen Betrieben. Nur wer sich gut auskennt, kann sich gegen die Klimaveränderung der Zukunft wappnen.

Arbeitsplätze in der grünen Wirtschaft

Wir unterstützen Handwerksbetriebe, die in den Bereichen Solar, Sanierung und nachhaltige Mobilität ausbilden – für zukunftssichere Jobs in der Region. Denn wir wollen die Menschen und die Natur in unseren Kommunen vor den Folgen des Klimawandels schützen und sie bestmöglich auf den Klimawandel vorbereiten.

Daher wollen wir:

  • Bildungsformate, Schulungen und Workshops zum Klimawandel unterstützen.

  • bei der Gestaltung von Innenstädten, Plätzen, Kitas und Schulen schattige Bereiche besonders berücksichtigen und die Begrünung mit Bäumen in den Ortsbereichen verstärken.

  • versiegelte Flächen aufbrechen, damit Regenwasser versickern kann.

  • ein Wasserspeichersystem fördern, welches das Wasser von Starkregenereignissen nutzbar machen kann, z. B. durch die Förderung für Zisternen oder zentrale Zisterneneinrichtungen.

Artenschutz vor Ort

Im Landkreis Bad Kissingen leben wir in einer äußerst vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft. Große Wald- und Forstflächen, das Biosphärenreservat und eine relativ kleinteilige und abwechslungsreiche Bewirtschaftung haben eine Bandbreite natürlicher Lebensräume geschaffen wie sie nur in wenigen Gegenden Deutschlands vorzufinden ist. Konsequenter Artenschutz in Bayern schützt unsere Region. Diesen Weg wollen wir intensiv weitergehen.

Daher wollen wir im Landkreis sowie den Städten und Gemeinden …

  • Dach- und Fassadenbegrünungen ermöglichen und fördern.

  • Schotterwüsten durch Aufklärung und Informationsveranstaltungen renaturieren.

  • das Bewusstsein für die nachteiligen Folgen von Bodenversiegelung verstärken, den weiteren Flächenverbrauch aufhalten und einen Rückbau von versiegelten Böden anregen.

  • erreichen, dass kommunale Flächen naturnah und nachhaltig bewirtschaftet werden.

  • einheimische und standortgerechte Vielfalt in Wald und Natur fördern, um unsere einheimische Natur in ihrer Gesamtheit dabei zu unterstützen, mit dem Klimawandel zurechtzukommen.

  • artenreiche Grün- und Blühstreifen sowie standortgerechte Hecken und robuste, schützende Waldmäntel angelegen und verbessern lassen. Dafür wollen wir die erarbeiteten und teilweise begonnenen Maßnahmen des Grüngitter-Projekts umsetzen und dessen Ziele, wie Sicherung der Arten- und Sortenvielfalt, Erhalt der Vielfalt an Lebensräumen, Verbesserung der ökologischen Durchlässigkeit von Wanderbarrieren und die Vermittlung und Vertiefung von Umweltwissen dauerhaft fördern und etablieren.

  • insbesondere den Erhalt und die Neuanlage von Streuobstwiesen unterstützen, damit auch unsere Enkel noch Leittierarten dieses Lebensraumes, wie den in Bayern vom Aussterben bedrohten Steinkauz, beobachten können. Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa und haben für Jahrhunderte unsere Heimat, die unterfränkische Kulturlandschaft, geprägt.

Kein Zwang mehr zum Auto – wir schaffen Alternativen

Es gibt eine Bremse für unsere Entwicklung, die wir unbedingt lösen müssen: Unsere Abhängigkeit vom Auto. Je mehr sich Arztpraxen, Sportvereine, Kultur, Kirche oder Bildungsangebote in der Region konzentrieren, desto höher wird der Bedarf an Mobilität. Je schlechter das Nahverkehrsangebot, desto mehr Menschen sind davon ausgeschlossen. Nicht jede:r hat einen Führerschein, oder ist gesundheitlich in der Lage selbst Auto zu fahren. In Zeiten, in denen viele weit zur Arbeit pendeln müssen, sind fast alle Familien gezwungen, mehrere Autos zu halten, um das tägliche Leben zu bestreiten. Das ist teuer, zeitraubend und verhindert gleichberechtigte Teilhabe.

Wir brauchen Alternativen: Damit Ausbildungsplätze besetzt werden, Firmen Geschäftspartner aus aller Welt empfangen und ältere Menschen am Leben teilhaben können, damit wir attraktiv für junge Familien und Touristen bleiben.

Mit Nahverkehrsangeboten bis in die Innenstadt beleben wir die Geschäfte im Ort. Wir ermöglichen unseren Kindern und Jugendlichen, Bildung und Ausbildung unabhängig von Zeit und Geldbeutel ihrer Eltern wahrzunehmen. Wir entlasten insbesondere Frauen, die heute oft zwischen Beruf und Fahrdienst für die Familie aufgerieben werden.

Bahn und Bus als Rückgrat des Nahverkehrs.

Wir wollen ein Angebot von und bis zur Haustür schaffen. Grundlage für die Planung soll eine datenbasierte Planung und Simulation sein, welche eine objektive und verlässliche Grundlage für die ÖPNV-Ausgaben liefert.

Notwendig sind deshalb …

  • attraktive Bahnhöfe und Haltepunkte, an denen man sich sicher fühlt.

  • Verknüpfung der Fahrpläne von Bus und Bahn mit kurzen Umsteigewegen und Umsteigezeiten, auch zwischen den Landkreisen.

  • leicht verständliche Fahrpläne und Tarife.

  • integrierte Planung von Schiene, (Express-)Bus-Linien kombiniert mit flexiblen und leicht buchbaren Rufangeboten (On-Demand-Verkehren). Diese Kombination soll ein kosteneffizientes und gleichzeitig attraktives Angebot für unsere Bürger:innen sicherstellen.

  • Unter Einbeziehung von On-Demand-Verkehren (u. a. Call Heinz) soll ein flächendeckender Stundentakt erreicht werden.

Um die Kosten für den Öffentlichen PersonenNahVerkehr (ÖPNV) im Rahmen zu halten, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Optimierte Planung der Schülverkehre – unter Einbeziehung der Möglichkeit für einen versetzten Unterrichtsbeginn.

  • Ausschreibung von Verkehren mit elektrifizierten Bussen und Shuttles.

  • Beschleunigung der Bahnverbindung aus dem Saaletal nach Schweinfurt.

  • Einsatz für die Wiederaufnahme der durchgehenden Bahnverbindung von Gemünden nach Fulda.

Stärkung des Verbunds

Effiziente Verwaltung des ÖPNV nutzt Synergien mit anderen Regionen und erfindet das Rad nicht neu. Daher muss der Weg mit dem Verkehrsverbund Mainfranken (NVM) als Aufgabenträgervereinigung unbedingt konsequent weiterbeschritten werden.

Der Verbund muss genutzt werden, um Synergien und Effizienzen besonders in folgenden Bereichen zu heben:

  • Digitalisierung & Beauskunftung

    • Ticketing & Tarif

    • Planung

    • Betrieb

  • Der NVM sollte auch mit weiteren Verbünden überregional zusammenarbeiten, sowohl innerhalb Bayerns, als auch national.

  • So können weitere Synergien z.B. im Bereich der Digitalisierung und des autonomen Fahrens,
    z. B. in Zusammenarbeit mit den führenden Verbünden aus Hamburg, Berlin und München erreicht werden.

  • Eine Buchung von Fahrten innerhalb des NVM muss einschließlich Preisangabe dringend wieder über die App und die Webseite der Bahn möglich sein.


Darauf muss der Landkreis mit hoher Priorität hinarbeiten.

Zu Fuß, mit dem Rad oder Rollator – Vorfahrt für Menschen in Dorf und Stadt

Das Rad kann eine viel wichtigere Rolle für die Mobilität im Nahbereich übernehmen als das heute der Fall ist. E-Bikes machen die Rhöner Berge überwindbar. Mit Lastenrädern lässt sich viel transportieren. Die Radwege wurden in den letzten Jahren ausgebaut. Aber damit das Fahrrad nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Alltag eine attraktive Alternative ist, braucht es mehr:

  • Wir wollen zusammen mit den Bürger*innen das landkreisweite Radverkehrskonzept überarbeiten und verbessern.

  • Lücken im Netz müssen aufgedeckt und geschlossen, Gefahrenstellen entschärft werden.

  • Wir brauchen sichere Abstellanlagen und Lademöglichkeiten an wichtigen Zustiegspunkten zu Bus und Bahn, z. B. an den vielen Haltepunkten, die außerhalb der Ortschaften liegen.

  • Auch die Abstellmöglichkeiten an Schulen, Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen im Landkreis müssen wir unter die Lupe nehmen.

  • Wenn schon großflächiger Einzelhandel vor den Ortschaften besteht, dann darf er nicht nur mit dem Auto erreichbar sein. Auch zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Rollator muss man dort sicher hinkommen, auch dort braucht es Abstellplätze für Räder und Lastenräder.

  • Wir wollen sichere, barrierefreie Gehwege, auch in kleinen Dörfern. Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, dürfen nicht in ihr Haus eingesperrt sein, weil sie sich wegen des Verkehrs nicht auf die Hauptstraße trauen. Kinder müssen sich in und zwischen den Ortschaften sicher bewegen können.

  • Verkehr ist in vielen Gemeinden des Landkreises eine große Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner. Lärm und Gefährdungssituationen durch Verkehr stellen eine große gesundheitliche Belastung dar. Zusätzlich fördert die Trennungswirkung durch stark befahrene Straßen den Leerstand und behindert die Innenentwicklung. Wir kämpfen dafür, dass alle Handlungsmöglichkeiten zur Verkehrsberuhigung in diesen hochbelasteten Ortschaften zügig ergriffen werden, zum Beispiel Tempo 30 auch auf Durchgangsstraßen und LKW-Durchfahrverbote. Eine konsequente Geschwindigkeitskontrolle darf nicht nur auf Unfallschwerpunkte beschränkt sein, sondern muss auch dem Schutz der Anwohnern vor Lärm und Schadstoffen dienen.

  • Einen weiteren Flächenfraß für noch mehr LKW-Abstell- und Umsattelplätze entlang der Autobahnen lehnen wir ab.

Jugend und Soziales – Zusammenhalt stärken, früh unterstützen

Ein lebendiger Landkreis lebt vom Engagement vieler Menschen. Ehrenamtliche leisten einen unverzichtbaren Beitrag für sozialen Zusammenhalt, Jugendarbeit und Vereinsleben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen und zunehmend auch die rechtlichen und haftungsrechtlichen Risiken. Wer Verantwortung übernimmt, darf damit nicht allein gelassen werden. Der Landkreis soll ehrenamtliche Strukturen langfristig unterstützen, beraten und absichern.

Auch im Bereich Jugend und Schule stehen wir vor wachsenden Herausforderungen. Sozialarbeit und Schulbegleitung werden immer aufwendiger und kostenintensiver. Hinter diesen Entwicklungen stehen jedoch keine Zahlen, sondern junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Wir schätzen die bisherige Arbeit des Landkreises – insbesondere in der Jugendsozialarbeit an Schulen und in der Drogenhilfe – ausdrücklich. Gleichzeitig wollen wir stärker präventiv ansetzen, um Probleme früher zu erkennen und Eskalationen zu vermeiden.

Vereine spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie erreichen Kinder und Jugendliche niedrigschwellig. Sie vermitteln Gemeinschaft und Verantwortung und sind oft erste Anlaufstellen außerhalb von Schule und Familie. Die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Jugendarbeit und Schulträgern wollen wir intensivieren, um mehr junge Menschen zu erreichen, auch aus gesellschaftlichen Gruppen, die bisher schwerer Zugang finden.

Deshalb fordern wir, dass …

  • das Ehrenamt langfristig durch rechtliche Beratung und finanziell gefördert wird.

  • die Jugendsozialarbeit - besonders an Schulen - weiter ausgebaut wird, um Hilfen frühzeitig und wirksam einzusetzen.

  • die Vernetzung von Vereinen, Jugendarbeit und Schulen im Landkreis zu unterstützen.

Gesundheitsversorgung zukunftssicher gestalten

Gesundheit und Pflege

Gesundheitsversorgung zukunftssicher gestalten

In der nahen Zukunft werden wir auf erhebliche Mängel in der gesundheitlichen Grundversorgung der Bevölkerung zusteuern, wenn wir nicht schnellstmöglich Initiativen ergreifen um dem entgegenzuwirken.

Folgende Probleme in der Gesundheitsversorgung machen sich bereits heute bemerkbar bzw. werden uns zukünftig vermehrt betreffen:

  • Terminvergabe in Arztpraxen:
    Es ist schwierig als „neuer“ Patient in hausärztlichen oder fachärztlichen Praxen wie zum Beispiel Gynäkologen oder Augenärzten zeit- und wohnortnah einen Termin zu erhalten. Da hier mehr als die Hälfte der Hausärzte älter als 60 Jahre sind - bei den Fachärzten ist die Situation ähnlich - wird die Bevölkerung des Landkreises Bad Kissingen in wenigen Jahren vor erheblichen Versorgungsproblemen stehen, denn oft ist das Finden eines Praxisnachfolgers problematisch.

  • Demografie-bedingte Versorgungsengpässe:
    Erschwerend kommt hinzu, dass es aufgrund der demografischen Entwicklung unserer Bevölkerung immer mehr alte, chronische kranke und alleinlebende Menschen geben wird. Wir benötigen demzufolge erheblich mehr Versorgungsangebote vor Ort. Nach den Berechnungen des
    Bayerischen Landesamts für Statistik vom Mai 2025 werden in unserem Landkreis im Jahr 2043 16,1 % mehr Menschen im Alter von ´65 Jahren oder älter´ leben als es im Jahr 2023 der Fall war. Der Anteil der 18- bis 65- jährigen wird dementsprechend stark abnehmen und der Anteil an unter 18- jährigen nur sehr gering zunehmen. Es erfordert deshalb jetzt die richtigen Weichenstellungen um dem zukünftigen Versorgungsbedarf auf allen Ebenen gewachsen zu sein.

  • Notfallversorgung:
    Die Möglichkeiten eine Notaufnahme aufzusuchen sind sehr eingeschränkt. Rund um die Uhr steht in unserem Landkreis nur noch die Notfallaufnahme des Helios St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen zur Verfügung.

  • Neue Krankheitsrisiken:
    Aufgrund des klimabedingten Temperaturanstiegs wird es auch in unserer Region künftig neue gesundheitliche Probleme wie z. B. Hitzestress bei Extrem-Hitzetagen (Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Nieren und Atemwege), Allergien und ein gesteigertes Hautkrebsrisiko geben.

Durch die steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels wird es notwendig, gezielte Hitzeschutzkonzepte für die Bevölkerung zu entwickeln. Diese sollen besonders auf ältere Menschen und Pflegebedürftige, Menschen mit Vorerkrankungen, Kleinkinder sowie Personen in Berufen mit Arbeit im Freien ausgerichtet sein. Warn- und Schutzmaßnahmen sollen erarbeitet und zügig umgesetzt werden. Bereits vorhandene und fachlich geprüfte Konzepte von Expertinnen und Experten dienen dabei als Grundlage.

Unser Vorschlag für den Weg zu einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung:

Der Landkreis Bad Kissingen soll als wichtiger Teil der „Gesundheitsregion plus“ eine aktive Rolle bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung übernehmen. Bereits bestehende gute Initiativen zur Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten sollen weitergeführt und gleichzeitig gemeinsam mit allen Beteiligten im Gesundheitsbereich weiterentwickelt werden. Dazu gehören unter anderem niedergelassene Ärzte, Kliniken, die Kassenärztliche Vereinigung, Rettungsdienste, Pflegedienste, Krankenkassen, weitere Gesundheitsberufe sowie die Kommunen.

Weiterhin müssen Lösungen für aktuelle Probleme wie Aufnahmestopps und lange Wartezeiten in Arztpraxen gefunden werden. Diese Lösungen sollen gemeinsam im regionalen Gesundheitsnetzwerk erarbeitet werden. Dabei sollen wichtige Themen wie weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung, bessere Zusammenarbeit, eine aktuelle Bedarfsplanung sowie passende Standortbedingungen und Rahmenbedingungen überprüft und verbessert werden.

Aufgrund der demografischen Entwicklung im Landkreis Bad Kissingen ist es notwendig, schon jetzt Strategien und konkrete Maßnahmen für den wachsenden Bedarf an Versorgung und Betreuung zu entwickeln. Das betrifft die Gesundheitsvorsorge, die ambulante und stationäre Versorgung, Rehabilitation, Pflege und Hospizarbeit. Da es künftig mehr Menschen mit eingeschränkter Mobilität geben wird, braucht es auch mehr aufsuchende Unterstützungsangebote. Menschen mit mehreren Erkrankungen benötigen eine bessere Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen und neue Lösungsansätze.

Zusätzlich sollen moderne digitale Technologien genutzt werden, um den Kontakt zwischen Ärztinnen, Ärzten, Therapeutinnen, Therapeuten und Patientinnen und Patienten einfacher und schneller zu ermöglichen.

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis: Ressourcen bündeln, Kreisläufe stärken

Bad Kissingen ist ein Landkreis mit großem Potenzial.

Der Landkreis Bad Kissingen hat rund 103.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Er ist ein ländlich geprägter Landkreis mit viel Raum, Natur und kleinen Orten. Im Vergleich zu städtischen Regionen liegt das durchschnittliche Einkommen etwas niedriger, gleichzeitig bietet der Landkreis gute Voraussetzungen für Lebensqualität, Zusammenhalt und regionale Entwicklung.

Im Landkreis arbeiten rund 55.000 Menschen in etwa 7.500 Unternehmen. Zusammen erwirtschaften sie eine jährliche Wirtschaftsleistung von rund 5,8 Milliarden Euro.

Die meisten Arbeitsplätze gibt es im Bereich Dienstleistungen, vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (75 %). Weitere wichtige Bereiche sind das produzierende Gewerbe (7,4 %), das Baugewerbe(6,8 %) sowie Handel und Gastgewerbe (16,6 %).

Die Land- und Forstwirtschaft spielt wirtschaftlich eine eher kleine Rolle, prägt aber weiterhin das Bild der Region.

Quelle: statistik.bayern

Herausforderungen und Chancen

Das durchschnittliche Einkommen pro Kopf lag 2022 bei rund 26.900 Euro. Die Erwerbsquote, also der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die arbeiten oder Arbeit suchen, liegt mit 67,3 % unter dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit mit 3,6 % vergleichsweise niedrig. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 47 Jahre und liegt damit über dem bundesweiten Mittel.

Dies bringt Herausforderungen mit sich, zum Beispiel bei der Gewinnung von Fachkräften, beim Ausbau der Infrastruktur und bei einer langfristig stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Gleichzeitig entstehen daraus Chancen: etwa für eine stärkere regionale Wirtschaft, kurze Wege bei Produktion und Vermarktung sowie für nachhaltige Konzepte wie Wiederverwertung, regionale Kreisläufe und einen zukunftsfähigen Tourismus.

Der Landkreis verfügt bereits über wichtige Einrichtungen und Strukturen, um diese Chancen zu nutzen. Dazu gehören unter anderem die Klimaschutzkoordination, das Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft sowie die Wirtschaftsförderung für kleine und mittlere Unternehmen. Durch die enge Zusammenarbeit dieser Stellen können Ressourcen gebündelt, neue Ideen umgesetzt und regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft weiter auszubauen und zukunftsfähige Projekte voranzubringen.

Ländliche Struktur trifft Kreislauf-Potenzial: Jetzt handeln!

Wir fördern im Landkreis Bad Kissingen die Kreislaufwirtschaft, indem wir Wiederverwendung, Reparatur, Recycling und Abfallvermeidung stärken, um Ressourcen lokal zu erhalten, Umweltbelastungen zu senken und nachhaltige Wertschöpfung vor Ort zu schaffen.

  • Landwirtschaft erhalten: Aufbau regionaler Verarbeitung (z. B. Schlachtung, Obst, Milch), Ausbau von Erzeugermärkten und Regionalläden sowie mehr Bio-/Regionalanteile in Kantinen schließen Kreisläufe durch kürzere Lieferketten und Abfallreduktion.

  • Nahversorgung und Einzelhandel stärken: Stopp neuer Ortsrandlagen, Förderung von Wohnen in Zentren mit Fuß-/Rad-/ÖPNV-Mobilität sowie digitale Plattformen und gemeinsame Einkäufe für Dorfläden sichern lokale Kreisläufe und verhindern Abwanderung von Wertschöpfung.

  • Fachkräfte gewinnen und halten: Günstige Jobtickets, berufsbegleitende Weiterbildungen und Vernetzung mit der Bundesagentur binden Arbeitskräfte vor Ort, um Kreislauf-Jobs in Reparatur, Recycling und regionaler Produktion zu besetzen.

  • Weinbau, Tourismus, Gastgewerbe pushen: Saisonverlängerung, Kooperationen (z. B. Gäste mit Vereinsangeboten) und Erschließung neuer Märkte wie Rhein-Main nutzen ländliche Stärken für nachhaltige Kreisläufe in Gastgewerbe und Verarbeitung.

  • Qualifizierte Jobs schaffen: „Coworking-Spaces“, flächendeckendes Glasfaser-Internet und mobile Internetverbindungen in Bussen sowie Bahnen und Branchen-Meetups fördern Digitalisierung für Kreislauf-Innovationen wie smarte Abfallwirtschaft oder regionale Logistik.

  • Bau und Industrie einbinden: Zirkuläre Baupraktiken wie Material-Wiederverwendung bei Sanierungen und industrielle Kreisläufe, bei denen Abfall zum Rohstoff wird, nutzen die Stärke des produzierenden Gewerbes (7,4% Jobs), maximieren lokale Wertschöpfung und reduzieren Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Mehr Wert vor Ort – für unsere Region!

Wir wollen die Produktion, die Verarbeitung und den Konsum von Gütern und Dienstleistungen direkt im Landkreis Bad Kissingen fördern – für mehr Jobs vor Ort, kürzere Wege, eine resiliente Wirtschaft und starke Kreisläufe, die unsere Region zukunftssicher machen.

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