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Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Atom-Strom-Konzerne � Nein Danke

 

Zu der Umschaltkampagne der Umweltverbände aufgrund des RWE-Laufzeitverlängerungsantrages für Biblis A sowie zu der erneuten Sondersitzung des Umweltausschusses zu dem Störfall in dem Atomkraftwerk Forsmark und den Sicherheitsmängeln des Atomkraftwerks Brunsbüttel erklären Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher, und Sylvia Kotting-Uhl, umweltpolitische Sprecherin Bündnis 90/ Die Grünen:

 

Die Umschaltkampagne der Umweltverbände ist die richtige Antwort auf den provokanten Antrag der RWE auf eine Laufzeitverlängerung des Alt-Reaktors Biblis A. Es wäre gut, wenn viele RWE Stromkunden nun zu Ökostromhändlern wechseln.

 

RWE ist stolz auf seine 15,8 Millionen Kunden. Ob diese Kunden stolz auf ihren Stromlieferanten sind, ist eine ganz andere Frage. Die meisten werden sich mit dem offensichtlichen Bruch des Atomkonsenses nicht identifizieren. Sie alle haben jetzt die Möglichkeit, ihren persönlichen Atomausstieg zu vollziehen. Atomstrom nein Danke heißt heute RWE-Strom � Nein Danke!

 

Die Kampagne der Verbände richtet sich aber auch gegen die anderen drei Atomkonzerne, EnBW, Vattenfall und Eon, die bereits angekündigt haben, ebenfalls die Laufzeiten ihrer Atomreaktoren verlängern lassen zu wollen. Der Yellow-Strom-Vertreiber EnBW will schon in Kürze einen Laufzeitverlängerungs-Antrag für seinen ältesten Atomreaktor Neckarwestheim 1 einreichen.

 

Wie ignorant die Atomkonzerne gegenüber Politik und Gesellschaft sind, zeigt auch, dass der erste Antrag zur Laufzeitverlängerung just zwei Tage vor der Sonderausschusssitzung des Umweltausschusses zu Forsmark und Brunsbüttel gestellt wurde.

 

Es war gut, dass der Umweltausschuss, auf unseren Antrag hin, sich erneut mit Forsmark und Brunsbüttel befasste. Leider sind viele Fragen offen geblieben.

 

Für uns ist es nicht tragbar, das ein Atomkraftwerk ohne erbrachten Sicherheitsnachweis im Betrieb bleibt. Bis dieser Nachweis nicht vollständig erbracht ist, halten wir unsere Forderung nach Stilllegung des Atomkraftwerkes Brunsbüttel aufrecht.

 

Lars-Olov Höglund, der frühere Vattenfall-Leiter für Projektabwicklung einer Reihe schwedischer Atomkraftwerke, hegte bei der Sonderausschusssitzung erhebliche Zweifel bezüglich der Sicherheit von Atomkraftwerken gegenüber Terroranschlägen.

 

Er warnte zugleich davor, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu Verlängern, da damit zusätzliche Sicherheitsrisiken verbunden sind.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Hans Josef Fell