- 24.06.2008 Glos erfolglos bei Erdöl-Betteltour

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Glos erfolglos bei Erdöl-Betteltour

Zum Erdölgipfel in Saudi-Arabien informiert Hans-Josef Fell MdB, Sprecher für Energie und Technologiepolitik:

Wirtschaftsminister Glos hätte sich seine Erdöl-Betteltour bei den Scheichs sparen können. Auch die Saudis kochen nur mit Wasser und können nicht mehr Erdöl fördern als ihre Felder hergeben. Gerade mal um 0,2 Mio. Barrel täglich wollen die Saudis ihre Produktion anheben. Ähnliches hatten sie in den letzten Jahren immer wieder versprochen aber die Fördermenge dann doch nicht gesteigert.

Was sind schon 0,2 Mio. Tonnen? Zum Vergleich: Noch 2004 war die Erdölnachfrage um rund 3 Mio. Barrel täglich weltweit gestiegen. 2006 wurde der Höhepunkt der Erdölförderung überschritten. Seitdem tut sich eine Lücke auf zwischen Erdölangebot und der imaginären Nachfrage. Da der imaginären Nachfrage aber kein ausreichendes Angebot gegenüber steht, muss der Erdölpreis jedes Jahr soweit ansteigen, bis die Nachfrage wieder gedeckt werden kann. Mit jedem weiteren Jahr geht die Schere weiter auf. Die Preissteigerungen haben bereits dazu geführt, dass vor allem in Europa und den USA Erdöl eingespart wird.

Soweit zur Realität. Geradezu kabarettistisch wird es, wenn man die Annahmen der Bundesregierung für ihre Energiepolitik betrachtet. Grundlage sind noch immer Studien, die bis 2020 von einem Erdölpreis von inflationsbereinigt rund 50$/barrel ausgehen. Auch geht das Bundeswirtschaftsministerium in einer öffentlichen Stellungnahme weiterhin davon aus, dass noch auf lange Sicht mehr Erdöl gefördert werden könne:
Stellungnahme:
www.hans-josef-fell.de/cms/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,262/Itemid,250/

Anstatt für die Bundesregierung eine neue Rohstoffstrategie zu erarbeiten, sollte Wirtschaftsminister Glos seine Energieabteilung dicht machen. Das wäre offensichtlich der wichtigste Beitrag, den das Bundeswirtschaftsministerium für eine realistische Energiepolitik leisten könnte.

Dass Spekulanten versuchen, von der Erdölverknappung zu profitieren, ist nicht überraschend. Spekulanten für die hohen Erdölpreise verantwortlich zu machen, ist zu einfach. Schlimmer noch: Das lenkt nur von der Ursache ab.

Wer die Ursachen und Folgen der Erdölverknappung kennen lernen will, schaut sich am Besten das Papier an unter:
www.hans-josef-fell.de/cms/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,261/Itemid,250/

Noch eine Bemerkung zum Klimaschutz:
Wirtschaftsminister Glos fordert mehr Erdöl zu fördern. Die Folge wäre ein noch höherer CO2-Ausstoß und eine noch schnellere Klimaerwärmung. Die Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung passen hinten und vorne nicht zusammen. Zum Glück für den Klimaschutz ist der Betteltour von Glos erfolglos.

Ihr Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie- und Technologiepolitik der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen

Platz der Republik 1
11011 Berlin

Telefon: 030 - 227 72 158
Fax: 030 - 227 76 369

www.hans-josef-fell.de