Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Anbei am 13.04.2006 in Minsk herausgegebene Pressemitteilung über den Besuch einer Delegation des Umweltausschusses des deutschen Bundestages der auch Hans-Josef Fell angehörte. Die Delegation besuchte in Tschernobyl den Reaktor und die verstrahlten Gebiete in der Ukraine und Belarus.
Reise des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit des Deutschen Bundestages nach Belarus am 12. und 13.04.2006
Am 12. und 13.04.2006 fand eine Reise von 4 Mitgliedern des Bundestags- Umweltausschusses nach Minsk statt. Aus Kiew kommend, machten sich die deutschen Parlamentarier Eva Bulling-Schröter, Angelika Brunkhorst, Hans-Josef Fell und Detlef Müller während ihres Aufenthaltes mit dem Stand der Beseitigung der Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl vor 20 Jahren sowie mit ausgewählten Themen der Energie- und Umweltpolitik in Belarus vertraut.
An diesen Tagen fanden Gespräche mit dem Vorsitzenden des Tschernobylkomitees, mit Vertretern des Koordinationsteams des CORE-Programms und dem Leiter des Minsker Büros der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit sowie mit der Leiterin der Minsker UNDP-Vertretung statt. Weiterhin fand eine Präsentation von Umweltprojekten sowie der durch das �Förderprogramm Belarus� der Bundesregierung geförderten Projekte aus den Bereichen Energie/Tschernobyl statt.
Am 13.04.2006 legte die Delegation Kränze zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus an der jüdischen Gedenkstätte Jama in Minsk nieder.
Anschließend besuchte sie die Kinderkrebsklinik in Borowljany, um sich einen Eindruck von der Situation im medizinischen Bereich im Zusammenhang mit den Tschernobylfolgen zu machen.
Ziel der genannten Gespräche und Treffen war eine umfassende Information über die Aktivitäten in Belarus im Zusammenhang mit dem 20. Jahrestag des Reaktorunfalls von Tschernobyl. Im Mittelpunkt der Treffen stand dabei die Frage, ob und wie Deutschland weiterhin einen effektiven Beitrag zur Linderung der Unfallfolgen leisten und sich im übrigen auch in den Bereichen Umweltmanagement und Energieeffizienz engagieren kann.
Die Durchführung dieser Parlamentarierreise beweist einmal mehr das Interesse der deutschen Öffentlichkeit an den Folgen, die das Reaktorunglück von Tschernobyl insbesondere für Belarus hatte und hat. Sie soll gleichzeitig einen weiteren Impuls für die Fortsetzung der langjährigen tätigen Hilfe durch die zahlreichen deutschen Initiativen auf diesem Gebiet geben und darüber hinaus einen Beitrag zur Festigung der Beziehungen zwischen Deutschland und Belarus auch auf den Gebieten Umweltschutz, Energieeffektivität und Ressourcenschonung leisten.
Deutschland zeigt seit nunmehr 20 Jahren durch sein humanitäres Engagement in Belarus, dass es die vom Reaktorunfall betroffenen Menschen in ihrem Unglück nicht allein lässt. Die akkumulierte Summe der deutschen Unterstützungsleistungen aus öffentlichen und privaten Mitteln seit 1986 wird auf über 380 Millionen EURO geschätzt. Hierin ist der substantielle deutsche Anteil an Programmen Internationaler Organisationen wie der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union noch nicht eingerechnet. Allein im Jahre 2005 belief sich die bilaterale deutsche Hilfe für Belarus bei der Überwindung der Folgen von Tschernobyl auf rund 20 Millionen USD. Ca. 10.000 belarussischen Kindern wurde ein Erholungs- oder Behandlungsaufenthalt in Deutschland ermöglicht. Deutschland arbeitet zudem aktiv im internationalen CORE- (Cooperation for Rehabilitation) � Programm mit. Dieses Ende 2003 in Zusammenarbeit mit dem Tschernobyl-Komitee beim Ministerrat der Republik Belarus aufgelegte Programm zielt auf eine effektivere Tschernobyl-Hilfe durch Vernetzung der Akteure auf allen Ebenen: von Internationalen Organisationen und Regierungen bis hin zu nichtstaatlichen Initiativen und Einzelpersonen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Hans Josef Fell