- 11.9.2009 SCHLAGZEILE 02/09

Zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Photovoltaikindustrie

Die Berliner Zeitung stellt heute die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Photovoltaikindustrie in Frage. Sie zitiert dabei eine nicht-veröffentlichte LBBW-Studie, mit der Behauptung, dass die chinesischen Hersteller mittlerweile einen technologischen Vorsprung hätten. Das geht an der Realität vorbei, auch wenn es einige chinesische Photovoltaik-Hersteller gibt, die inzwischen technologisch mithalten können. Auch ist es wenig überzeugend, wenn die Berliner Zeitung gerade die „Pluto-Technologie“ eines chinesischen Herstellers als Beleg nennt, obwohl diese alles andere als neu ist. Noch hat die deutsche Photovoltaik-Industrie technologisch die Nase vorn, auch wenn der Vorsprung in den letzten Jahren geringer geworden ist.

Die Bundesregierung müsste jetzt die Mittel für die Solarforschung drastisch erhöhen, um den technologischen Vorsprung der deutschen Solarwirtschaft mit ihren rund 70.000 Arbeitsplätzen auszubauen. Genau dies tut übrigens die US-Regierung, die die Forschungsmittel für die Solarforschung fast verdoppeln will. Die US-Regierung hat gegenüber dem US-Kongress einen Aufwuchs der Solarforschungsmittel für 2010 in Höhe von über 80% beantragt - von 175 Mio. auf 320 Mio. Dollar.

Die Bundesregierung tut genau das Gegenteil. Die Bundesregierung senkt in ihrem Regierungsentwurf für 2010 die Mittel für die Photovoltaikforschung deutlich und zwar von 41,4 auf 32,3 Mio. Euro, bzw. um 22%.
Die Bundesregierung setzt lieber auf Kernfusionsforschung und Abwrackprämien. Selbst das Drucken von Werbebroschüren ist der Bundesregierung mehr wert als die Zukunft der deutschen Photovoltaikindustrie. Alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres gab die Bundesregierung bereits 11,5 Mio. Euro für Werbebroschüren aus.

Eine große Gefahr für die deutschen Photovoltaik-Unternehmen und den in ihr Beschäftigten sind die Pläne von Union und FDP, die Vergütungssätze für die Photovoltaik nach der Wahl drastisch abzusenken. Dies würde zuerst den deutschen Unternehmen den Garaus machen und damit den Chinesen Billiganbietern den Weltmarkt überlassen.

Berlin, 11.09.09
AUF ALLE FELLE!
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Josef Fell MdB