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Zum Erdgas-Lieferstopp erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik:

Russland enttäuscht das blinde Vertrauen in seine Zuverlässigkeit als Gaslieferant. Fast schon gebetsmühlenartig haben Energiekonzerne und Bundesregierung stets wiederholt, dass sie an der Zuverlässigkeit Russlands als Gaslieferant keinen Zweifel haben. Viele Länder Europas leiden bereits unter dem Gasstopp. Ganze Städte sind ohne Gasversorgung. Sowohl die Bundesregierung als auch die Europäische Union wollen das Problem offenbar aussitzen.

 

Eine sehr grundlegende Frage wird bis heute tabuisiert: Kann Russland künftig überhaupt das Erdgas liefern, das West- und Mitteleuropa benötigen? Wieso geht die Bundesregierung dieser Frage nicht nach und vertraut blind auf die Versprechungen Gazproms?

 

Die Bundesregierung zeigt sich hilflos. Sie setzt auf neue Erdgaspipelines, obwohl sie nicht einmal weiß, ob dafür genügend Erdgas vorhanden ist.

 

Wie bereits bei der Finanzkrise wurden über Jahre hinweg die Augen vor den Risiken geschlossen. Vorsorge wurde nur symbolisch getroffen. Die Gebäudesanierung kommt kaum voran und kurz vor Weihnachten hatte die Bundesregierung in Brüssel verhindert, dass erneuerbare Energien in Altbauten eingesetzt werden müssen.

 

Anstatt die Abhängigkeit vom Erdgas zu reduzieren, träumt die Bundesregierung von der Nabucco-Pipeline und verflüssigtem Erdgas. Dabei ist klar, dass es die Nabucco-Pipeline nie geben wird und verflüssigtes Erdgas wird die Probleme nicht lösen können.