Würzburg, 11. März 2008
Mit Verwunderung reagiert der Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell auf die Aussagen des CSU-Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf zur Gentechnik. Dieser hat behauptet, die gentechnisch veränderte Maissorte MON 810 sei von der damaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast zugelassen worden.
Fell stellt klar: „Tatsächlich erfolgte die Marktzulassung schon 1997 nach altem EU-Recht. Zuständig war der damalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer. Für den kommerziellen Anbau zugelassen wurde MON 810 erst im Dezember 2005. Verantwortlich war wieder Horst Seehofer, diesmal als Bundesernährungsminister.“
Unter der rot-grünen Bundesregierung habe es in Deutschland keine für den kommerziellen Anbau zugelassenen Sorten gegeben, betont Fell. „Deshalb brauchte es damals auch keine Regelungen für den Abstand zwischen Anbauflächen. Wenn Seehofer für sich in Anspruch nimmt, diese eingeführt zu haben, muss er auch dazusagen, dass er selbst überhaupt erst die Notwendigkeit dafür geschaffen hat, indem er MON 810 zuließ“, so Fell in Anspielung auf die abfälligen Äußerungen des Ministers in Oberwerrn gegenüber Ex-Ministerin Renate Künast (Grüne) Anfang Februar.
Fell fordert ein Verbot des Anbaus von MON 810: „Die Zweifel an der Sicherheit der Sorte sind inzwischen zu groß. Andere Länder wie Frankreich haben die Konsequenzen daraus gezogen. Es ist Zeit, dass auch Seehofer endlich handelt.“