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Britisch-französische Atompläne – wie von alten Männern!

Zu der Kooperation bei Atomkraftwerken zwischen dem französischen Staatschef Sarkozy und dem britischen Premierminister Brown erklärt Hans Josef Fell, Sprecher für Energie- und Technologiepolitik Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen:
Die Kooperation bei Atomkraftwerken zwischen Sarkozy und Brown ist ein Schritt in die Vergangenheit. Sarkozy und Brown treiben ihre Länder geradezu in eine Energiekrise.
Tatsache ist, dass nicht genügend Uran auf der Erde vorhanden ist, um alle Atomwünsche der nächsten Jahre zu befriedigen. Die Untersuchungen der Energy Watch Group bestätigen dies. Danach wird ab Mitte des kommenden Jahrzehnts eine Uranverknappung für den Betrieb der weltweit existierenden Reaktoren erwartet. Somit entpuppt sich das Gerede von der Renaissance der Atomenergie als unrealistische Propaganda der Atomwirtschaft. Wer hinter die Propaganda der Atomwirtschaft schaut, erkennt: Die Atomenergie stagniert weltweit. Daran ändert auch die Pro-Atomenergiepolitik der französischen und britischen Regierung nichts. Seit Jahren gehen weltweit gerade noch so viele neue Atomkraftwerke ans Netz, wie alte abgeschaltet werden.
Hinzu kommt, dass Frankreich und Großbritannien den Ausbau der erneuerbaren Energien ausbremsen indem sie auf EU-Ebene auf wirkungslose handelbare Zertifikate setzen -Großbritannien auch national - anstatt sich an dem erfolgreichen deutschen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zu orientieren.
In der Berichterstattung wird immer wieder von großen Ausbauplänen gesprochen. Gebaut werden Atomkraftwerke hingegen selten. Der einzige Neubau der letzten Jahre, der ERP-Reaktor in Finnland, trägt eher zur Abschreckung als zur Nachahmung bei. Die Kosten explodieren und die Bauzeit verlängert sich von Jahr zu Jahr. Kein Wunder, dass auch das in Litauen geplante Atomkraftwerk keine Investoren findet. Und ob in Frankreich und Großbritannien überhaupt ein neues Atomkraftwerk gebaut werden wird, ist angesichts der hohen Kosten sehr fraglich.
Hinzu kommt, dass Sarkozy unglaubwürdig wird, indem er auf der einen Seite ausdrücklich das Zurückdrängen der Atomwaffen fordert und auf der anderen Seite jetzt aber den Schulterschluss mit Brown macht.  Die Erfahrung zeigt, dass es keine wirkliche Trennung von militärischer und friedlicher Nutzung der Atomenergie gibt. Am Beispiel der pakistanischen Atombombe, die ein Produkt  aus einer europäischen friedlichen Atomnutzung ist, wird dies noch mal deutlich gemacht.

Ihr Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie- und Technologiepolitik der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen

Platz der Republik 1
11011 Berlin

Telefon: 030 - 227 72 158
Fax: 030 - 227 76 369

www.hans-josef-fell.de

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