BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Kreisverband Bad Kissingen
Montag, den 19. Juni 2017 20:17 Alter: 152 Tag(e)
Kategorie: Kreisverband

Die CSU stürzt die Suche nach dem Dritten Nationalpark ins Chaos

Bad Kissinger Grüne fordern offenen und fairen Prozess anhand fachlicher Kriterien bei der Standortentscheidung


Rhön

Rhön

Für einen Nationalpark in Unterfranken


Der Kreisverband Bad Kissingen hat sich in einem Beschluss für einen Dritten Bayerischen Nationalpark in Unterfranken ausgesprochen: „Bayern muss dringend mehr für den Schutz wertvoller Gebiete tun. Ein Nationalpark in der Region ist eine große Chance für die Menschen vor Ort und für die Umwelt. Direktvermarktung, Landwirtschaft, Tourismus und Umweltschutz können gemeinsam davon profitieren. Investitionen in den Nahverkehr können, geschickt umgesetzt, allen Menschen in unserer ländlichen Gegend zugute kommen. Wie das geht, zeigen die beiden erfolgreichen Nationalparks, die es in Bayern bereits seit Jahrzehnten gibt,“ heißt es in dem Beschluss des Kreisverbandes, der auf der Kreisversammlung im Mai einstimmig verabschiedet wurde.


Ausschluss von Steigerwald und Spessart nicht nachvollziehbar

Die Entwicklung der letzten Wochen lasse jedoch befürchten, dass die CSU diese gute Idee in Scherben schlage, fürchtet Tobias Eichelbrönner, Mitglied im Kreisvorstand. „Deutschland kommt im internationalen Naturschutz die Aufgabe zu, seine Buchenwälder zu schützen. Mit dem Steigerwald wurde ein von allen Experten als besonders geeignet eingeschätztes Gebiet von vorneherein kategorisch aus der Standortsuche ausgeschlossen. Dann hat der CSU-Bezirksvorstand beschlossen, dass auch der Spessart nicht Nationalpark werden darf, ohne jede fachliche Grundlage. Als Konsequenz wird es laut Aussagen des Bayerischen Umweltministeriums auch für den Spessart keine Machbarkeitsstudie geben. Das ist kein an den Zielen des bestmöglichen Naturschutzes ausgerichteter Prozess. Weder die Bevölkerung vor Ort noch die Kriterien des Naturschutzes bestimmen über den Standort eines neuen Nationalparks, sondern allein die CSU,“ so Kreisrätin Monika Horcher.
In der Folge wurde der Frankenwald vom Bayerischen Ministerpräsidenten als neuer Kandidat für einen Nationalpark vorgeschlagen. „Der Frankenwald ist eine Fichtenwüste – dort einen Nationalpark einrichten zu wollen, ist völliger Unsinn, meint Johannes Wegner, Grüner Kreisrat.

Die Rhön ist nicht der Notnagel der CSU


Vom ehemaligen Landtagsabgeordneten der CSU, Robert Kiesel, erfährt man nun, dass die Entscheidung für die Rhön längst gefallen sei, wie er - nach seinen eigenen Angaben aus sicherer Quelle wisse. „Dabei hat in der Rhön der Dialog mit der Bevölkerung und der Kommunalpolitik noch nicht einmal begonnen. Für eine Entscheidung, ob ein Nationalpark Rhön die beste Wahl für den Naturschutz wäre, ist die Staatsregierung noch einiges an Argumenten schuldig. Die Rhön ist bereits Biosphärenreservat. Eine zusammenhängende Fläche von vergleichbarer Qualität wie in Spessart oder Steigerwald für den Nationalpark zu finden, wird sehr schwierig,“ meint Manuela Rottmann, die für den Bundestag im Wahlkreis 248 kandidiert, der Rhön und Steigerwald umfasst. „Auch die Rhönerinnen und Rhöner haben aber einen Anspruch auf eine sorgfältige Standortauswahl und eine Berücksichtigung ihrer Belange. Die Rhön ist nicht der duldsame Notnagel, nur weil die CSU sich anderswo nicht einigen kann.“
Die Grünen fordern die CSU auf, zu einem geordneten Verfahren anhand fachlicher Kriterien zurück zu kehren. Ein Nationalpark Rhön dürfe kein „Discount Naturschutz“ im Vergleich zur Neuausweisung eines großen Schutzgebietes in Spessart oder Steigerwald sein. Absprachen in Hinterzimmern, gute Kontakte der jeweiligen Nationalparkgegner nach München oder der vermeintlich lauteste Widerstand können die Bewertung der möglichen Standorte nach fachlichen Kriterien nicht ersetzen. Ein solches Vorgehen diskreditierte die gute Nationalparkidee und bestätige den Eindruck, es werde über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden.


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